Hamburger Exportkaufmann verzweifelt! Wo ist meine Claudia?
Die Traumreise nach Kuba endete in einem Albtraum:

Hamburger Morgenpost am 30.11.1999 von Stephanie Lamprecht Seite 9:


Claudia von Weiss de Venegas (34) aus Barmbek ist seit dem 20. November spurlos verschwunden. Ihr Mann Miguel de Venegas (34) ist verzweifelt, erinnert sich an das letzte Mal, als er seine Frau sah: -Ich ging zum Tauchen, sie blieb im Hotel. Als ich zurückkam, war sie weg. Die schöne blonde Bankerin soll an der Hotelrezeption nach einem Fahrrad gefragt haben. Weil alle vermietet waren, soll sie zu Fuss in das nächste Dorf gelaufen sein. Einige Bewohner wollen die einsame Touristin mit den grünen Shorts und dem Rucksack noch gesehen haben, dann verliert sich ihre Spur. 500 Dollar soll sie mitgenommen haben. ,,Ich habe gehofft, sie will mich nur ärgern", sagt Miguel de Venegas. Streit habe es nicht gegeben, beteuert der bolivianische Exportkaufmann, höchstens eine kleine Missstimmung, weil Claudia auf eine junge Frau im Tauchkursus ihres Mannes eifersüchtig war: ,,Ich habe sie gebeten, doch mitzukommen, aber Claudia war sehr impulsiv." Als seine Frau am nächsten Morgen nicht wiederaufgetaucht sei, habe er die Polizei benachrichtigt. ,,Die Kubaner meinten, sie komme spätestens zum Abreisetag an den Flughafen", sagt Miguel. Sechs Tage verbrachte er allein in dem Hotel in Playa Giron an der Südküste Kubas, suchte mit Claudias Passfoto nach Spuren seiner Frau, alarmierte die deutsche Botschaft in Havanna. Sogar Fidel Castro weiss bereits von dem Rätsel um die junge Deutsche: Miguels Cousine ist bolivianische Botschafterin auf Kuba, hat den Staatschef persönlich um Unterstützung bei der Suche gebeten. Aber Claudias Platz im Flugzeug am 26. November nach Hamburg blieb leer. ,,Ich habe geweint und geschrien", sagt Miguel de Venegas. Zehn Tage nach dem Verschwinden seiner Frau wirkt er gefasst: Ich stehe unter Beruhigungsmitteln." Claudia stammt aus Dresden, lebt seit 1991 in Hamburg. Den Kontakt zu ihren Eltern und Bruder Eckard (32) hat sie immer gehalten. Den Jahreswechsel wollte die ganze Familie in der südamerikanischen Heimat des Schwiegersohns verbringen. "Aber jetzt werden wir so schnell wie möglich nach Kuba fliegen", sagt Claudias Mutter mit stockender Stimme, ,,das Warten ist grausam."

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