Kuba: Keine Spur von Claudia (34)
Schicksal der Hamburgerin ist Thema auf höchster politischer Ebene

MOPO, 01.12.1999, Seite 8, Stephanie Lamprecht


Fotos in allen Geschäften, Handzettel: Die Polizei auf Kuba arbeitet ständig daran, das rätselhafte verschwinden der Hamburgern Claudia von Weiss de Venegas (34) aufzuklären. Seit dem 20.November 1999 fehlt jede Spur. Eine Sonderkommision geht jeder Spur nach. Weit weg in Barmbek wartet Claudias Ehemann Miguel de Venegas (34) verzweifelt auf Nachrichten. Er war nach sechs Tagen vergeblicher Suche allein von Kuba nach Hamburg zurückgereist. (MOPO berichtete). Auch Claudias Kollegen bei der Behrenberg Bank machen sich Sorgen um die begabte Bankkauffrau. "Weil sie so gut mit Aktien spekulieren konnte, nannte sie alle den Guru", erzählt der Ehemann. Seine Cousine ist die Botschafterin Boliviens auf der Karibik-Insel. Auf Anfrage der MOPO versicherte sie, dass alles Menschenmögliche getan wird, um Claudia zufinden. Das Schicksal der jungen Bankerin ist mittlerweile auch Thema auf höchster politischer Ebene. Der deutsche Botschafter in Havanna, Dr. Reinhold Huber, drängt die kubanische Innenbehörde auf eine schnelle Aufklärung, das Auswärtige Amt ist eingeschaltet: "Wir haben den kubanischen Behörden verdeutlicht, welche Bedeutung das Verwinden der Frau für die deutsche Öffentlichkeit hat", sagt ein Sprecher. Auch die Hamburger Kripo versucht, das Geheimnis um die schöne Claudia zu lösen. "Wir werden zunächst den Ehemann vernehmen", kündigt Sprecher Hans Jürgen Petersen an. Inzwischen ist Claudias Schwiegermutter in Kuba gelandet, will vor Ort bei der Suche helfen.

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